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Achtsamkeitsimpuls

Die Zwangsschliessungen während der Covid-19-Pandemie haben zu einer gewissen Gleichgültigkeit gegenüber dem äusseren Erscheinungsbild geführt. Frauen haben ihre ungefärbten Haare als neue Option entdeckt, Männer das unrasierte Dasein im Trainer. Ist das ein Schritt zu mehr Freiheit?

von Anton Ladner

 

 

Der gute Auftritt, das vorteilhafte Erscheinen waren in den vergangenen Monaten kaum möglich. Die Kulturbetriebe und Restaurants waren geschlossen, das gesellschaftliche Leben musste zu Hause stattfinden. Da duschte man mal weniger oder liess als Frau die Haare grau sein. Warum noch färben? Das sind keine existenziellen Fragen, aber sie haben mit dem Selbstwertgefühl zu tun, was oft mit Zwangsvorstellungen verknüpft ist.

Vor der Pandemie erschien es vielen Frauen unmöglich, mit nachgewachsenen grauen Haaren an einen Anlass zu gehen. Und Männer verloren ohne den regelmässigen Fitness-Besuch das gute Körpergefühl. Doch die langen Monate des Verzichts führten zu neuen Gewohnheiten, zu einem passiven Umdenken. Was vor einem Jahr unmöglich erschien, ist heute Standard. Man kümmert sich zwar immer noch um seinen Körper, aber auf eine andere Weise, was wenig mit Vernachlässigung, aber viel mit innerer Freiheit zu tun hat.

Die Amerikaner haben dafür bereits einen neuen Begriff gefunden – den retrosexuellen Mann. Das ist der nicht topgepflegte, trainierte, herausgeputzte Mann, sondern der Mann von früher, schon gepflegt, aber mit klaren Grenzen. Und das scheint sich auch bei Frauen zu zeigen. Man kümmert sich nicht mehr so intensiv um sein persönliche Aussehen.

Auch dafür haben die Amerikaner schon einen neuen Begriff: das Ende des Over-Groomings. Die Pandemie hat dazu geführt, dass Frauen wie Männer ihrem Aussehen zur Unterstützung des Selbstwertgefühls weniger Bedeutung beimessen. 

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Wirtschaftliche Auswirkungen
Hinzu kommt, dass für viele die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie dazu drängen, sich von Zwangsvorstellungen zu befreien.

Das hat viel mit der Wahrnehmung der Selbstwirksamkeit zu tun: Es geht auch ohne das, was man früher als zwingende Voraussetzung gesehen hat. Es geht dabei nicht um eine neue Schlampigkeit, sondern um eine Verschiebung von der Darstellung zur Substanz.

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