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Anne Challandes
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Mein achtsamer Blick:

 

Corinne Sala,
Tessin-Chefin von Comundo

 

 

Gewalt gegen Frauen: Eine globale Herausforderung 

Geschlechtsspezifische Gewalt ist eine traurige Realität auf der ganzen Welt – und sie trifft 

Frauen unabhängig von Alter, Bildungsstand, sozialer Schicht oder Herkunft. Wo Frauen misshandelt, entrechtet und ausgebeutet werden, leidet weltweit die Entwicklung ganzer Länder. Gewalt an Frauen ist ein Phänomen, das kulturell tief verankert ist und jede und jeden betrifft. Um diese Strukturen auflösen zu können, bedarf es einer kollektiven Anstrengung: Veränderungen sind in der ganzen Gesellschaft nötig – in der Familie, der Schule, der Kirche, im Militär, in der Kunst, in der Werbung, der Literatur. Wenn man etwas Althergebrachtes infrage stellen will, muss man es in allen davon betroffenen Lebensbereichen tun. Deshalb bemüht sich Comundo bei allen Projekten um einen Gender-Ansatz, der auf Chancengleichheit von Frauen und Männern und die Beseitigung aller Formen von Gewalt an Frauen und Mädchen abzielt.

Viele Formen von Gewalt
Auch in Bolivien 
 wie in jedem anderen Land der Welt  sind viele Formen von Gewalt gegen Frauen verbreitet. Doch ist die Situation in einem der gewalttätigsten Ländern Lateinamerikas noch um einiges schlimmer: Verlässt eine Frau ihren gewalttätigen Mann, ist sie auf sich allein gestellt. Zwar steht ihr das Recht auf Unterhaltszahlungen zu, diese einzufordern ist jedoch ein aussichtsloser Hürdenlauf. Mit den Einsätzen von Fachleuten und in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen versucht Comundo das Phänomen aus verschiedenen Perspektiven und mit Einbezug verschiedener Akteure zu bekämpfen.

Achtsamer Blick
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Im Fokus stehen hauptsächlich interkulturelle und neue Methoden im Bereich der Gewaltprävention und Opferbegleitung. Diese werden von unseren Partnerorganisationen an betroffene Personen, Familien oder Gemeinschaften übertragen, aber auch an private und staatliche Institutionen (Schulen, Polizei, Opferberatungsstellen etc.). Eine weitere wichtige und oft vernachlässigte Arbeit ist die Präventionsarbeit mit gewalttätigen Männern. Dank Comundo arbeiten nun Partnerorganisationen mit öffentlichen Institutionen auf regionaler und nationaler Ebene sowie mit anderen Organisationen daran, dass dieser Aspekt der Gewaltbekämpfung auf der politischen Tagesordnung bleibt; dies nicht nur im Hinblick auf Straftaten, sondern auch aus präventiver Perspektive. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Methoden, um als Männer oder als Paare andere Formen der Konfliktbewältigung zu erlernen, um Räume für Dialog und Auseinandersetzung zu eröffnen, damit es gar nicht erst zum Zusammenprall kommt. 

Persönlich erwarte ich von der Schweiz, dass sie ihren Bemühungen in der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt sowohl hier in der Schweiz als auch in der internationalen Zusammenarbeit eine höhere Priorität gibt und konkrete Massnahmen umsetzt.  

Corinne Sala ist Ethnologin mit Schwerpunkt Geschlechterfragen, stellvertretende Geschäftsleiterin bei Comundo und Leiterin des Büros Italienische Schweiz im Tessin. Jedes Jahr im November führt Comundo im Tessin die Sensibilisierungskampagne «Gewalt ist das tägliche Brot für zu viele Frauen» durch. 

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