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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Besonders während der Ferienzeit macht sich häufig die Eifersucht breit. Destinationen, Dauer und Unterkunft werden gerne verglichen. Es gibt zwei Ansätze, um mit Eifersucht umzugehen: die Auslöser eindämmen – also wissen, welche Menschen, Situationen oder Handlungen Eifersucht auslösen – oder die Eifersucht als eine Gelegenheit zum Wachstum betrachten.

von Anton Ladner

 

 

Es ist kein angenehmer Prozess, sich mit der eigenen Eifersucht zu befassen. Die Folge daraus kann aber ein erfreulicher Prozess sein. Eifersucht ist grundsätzlich kein schlechtes Gefühl, ein kopfloser Umgang mit ihr kann jedoch zu einer Abwärtsspirale führen. Eifersucht ist ein Gefühl, gleich wie andere Gefühle, wie zum Beispiel Wut oder Ekel. Gerade im Fall der Wut setzt früher oder später der Verstand ein, um sie herunterzuregulieren.

Eifersucht bietet immer eine gute Gelegenheit zum Nachdenken und zur Selbstbeobachtung. Lässt man sich darauf ein, kommt es nämlich zu einer Standortbestimmung. Es gibt die Eifersucht des Kinder-Ichs, die den Wunsch auslöst, etwas spontan zu wollen, was der andere hat. Dabei bleibt der Verstand ausgeschaltet, weil man sich über die Konsequenzen keine Gedanken macht. Die Eifersucht des Eltern-Ichs betrifft indessen die Lebensart, die man von seinen Eltern als Ideal vermittelt erhalten hat.

Das kann zur Eifersucht auf eine Bilderbuch-Familie führen, auf eine akademische Karriere, auf eine Berufslaufbahn. Man hat nicht das, was einem die Eltern so wünschten. Es ist die Eifersucht, die aus einem vermeintlichen Defizit resultiert, den Lebensplan der Eltern nicht erfüllt zu haben. Das hat aber oft mehr mit den Projektionen der Eltern für ihre Kinder als mit dem Leben der Kinder zu tun.

Die Eifersucht des Erwachsenen-Ichs ist derweil ein Seelenbarometer, der misst, wie eigene Bedürfnisse zu wenig wahrgenommen oder im Moment nicht erfüllt werden.

Spirituelle Selbstfürsorge
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. Bei der Eifersucht der drei verschiedenen Instanzen ist immer der Verstand gefordert. Am leichtesten ist der Umgang mit der Eifersucht des Kinder-Ichs, weil es sich um eine Impuls-Emotion handelt. Tief hingegen geht der Stachel der Eifersucht des Eltern-Ichs. Sie fordert zur Auflösung und Emanzipation (wörtlich aus dem Lateinischen «Entlassung aus der väterlichen Gewalt»). Die Eifersucht des Erwachsenen-Ichs lässt sich derweil mit einem Budget und einer Agenda sinnstiftend regeln – im Rahmen einer kognitiven Selbstfürsorge.

 

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