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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Bei San Francisco ist das Start-up-Unternehmen Coa tätig, das sich als das erste Fitnessstudio für psychische Gesundheit bezeichnet. Wer dort trainiert, soll ein besseres Sozialleben finden.

von Anton Ladner

 

 

Coa bietet kleine Gruppenkurse für emotionale Fitness an, die jeweils um 25 Dollar kosten. Die Pandemie hat das Unternehmen allerdings dazu gezwungen, die Kurse online durchzuführen. Gruppenkurse sind erschwinglicher als herkömmliche Einzeltherapien, und die Kameradschaft in einer Gruppe sorgt auch dafür, dass man immer wiederkommt. Coa erhielt im letzten Herbst zum Start in einer ersten Runde drei Millionen Dollar und hat den berühmten US-Basketballspieler Kevin Love (Grösse 2, 02 Meter) als Investor. Er ist nicht der einzige Sportler, der in psychische Wellness investiert.

Die 2019 als Weltfussballerin ausgezeichnete Megan Rapinoe hat in das Start-up-Unternehmen Real investiert, das achtwöchige Kurse zu den Themen Angst und Kommunikation anbietet. Der ehemalige Weltspitze-Schwimmer Michael Phelps, der öffentlich über seinen Kampf gegen Depressionen und Drogenmissbrauch gesprochen hat, ist derweil Botschafter des Therapie-Unternehmens Talkspace.

Dass sich Spitzensportler nicht nur um ihren Körper kümmern, sondern auch zunehmend um ihre seelische Gesundheit, ist eine klare Botschaft. Die Welt will heute auf alles eine schnelle und einfache Lösung, was der Komplexität eines Menschen nicht gerecht wird und entsprechenden Druck verursacht.

Selbstwahrnehmung, Einfühlungsvermögen, Achtsamkeit, Widerstandsfähigkeit und Kommunikation sind heute die zentralen Punkte, um gut über die Runden zu kommen – auch dann, wenn man als Spitzensportler sehr erfolgreich ist.

Spirituelle Selbstfürsorge
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In den Coa-Kursen geht es nicht um die Aufarbeitung von Kindheitstraumata, sondern darum, Muster zu hinterfragen und umsetzbare Schritte zur Verbesserung des Selbstvertrauens, zum Stressabbau und zur Stärkung von Beziehungen anzubieten.

Der Basketballspieler Kevin Love hat dabei entdeckt, dass es manchmal helfen kann, etwas zu Papier zu bringen, um es zu vereinfachen und umzusetzen. Er übe sich ständig in Achtsamkeit, indem er Dankbarkeiten aufschreibe, was zu einem Teil seines täglichen Lebens geworden sei. In einem hypermaskulinen Sport tätig, habe er lange nie als schwach gelten wollen, das aus Angst, das Vertrauen der Teamkollegen und Trainer zu verlieren. Es sei aber sehr befreiend gewesen, mit emotionaler Fitness sich auch neben dem Spielfeld zurechtzufinden, so Love in einem Interview in einem US-Sportmagazin.

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