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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Vor den Festtagen kommt in Familienbeziehungen oft eine Hektik auf, die zu emotionalem Stress führen kann. Der Wunsch, möglichst alle Bedürfnisse zu erfüllen und irgendwie allen gerecht zu werden, sorgt für Druck. Wie damit umgehen?

von Anton Ladner 

Haemin Sunim ist ein 50-jähriger koreanischer Zen-Mönch, der Bücher schreibt und seine Botschaft an Vorträgen präsentiert. Seine Bücher liegen auch in deutscher Übersetzung vor und tragen so poetische Titel wie «Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst» (davon wurden vier Millionen Exemplare verkauft) oder «Die Liebe zu den nicht perfekten Dingen». Haemin Sunim hat in Harvard vergleichende Religionswissenschaften studiert und in Princeton Psychologie, ist also bestens ausgebildet. «Wenn wir wissen, wie wir zufrieden sein können, können wir unser endloses Streben aufgeben und Gelassenheit geniessen», schreibt er. Weihnachten gilt als Familienfest, das von der Vorstellung her friedlich und entsprechend gelassen verlaufen soll. Doch in diese Feiertage werden so viele Wünsche und Hoffnungen projiziert, dass die Erwartungen oft einfach zu hoch gesteckt sind. Dann geht vieles schief – von Gelassenheit kann keine Rede sein.

Weihnachten und das Ende des Jahres bieten aber eine gute Gelegenheit, tatsächlich innezuhalten, sich auszuruhen und sich zu erholen. Um das eigene Wesen zu spüren braucht es genau solche Tage. Denn die Alltagsanspannung in Körper und Geist macht es schwierig, sich wahrzunehmen. Es geht um eine innere Achtsamkeit für sich. Dabei spielen die Worte für sich und seine Umgebung eine bedeutende Rolle. Weil sie die Denkweise und die Wahrnehmung der Umwelt beeinflussen. Wer von stressigen und komplizierten Feiertagen spricht, hat sie am Schluss auch so. Die Feiertage bieten eine wunderbare Zeit, um zu reflektieren. Das funktioniert besonders gut, wenn man seine Gedanken aufschreibt. Die Aufmerksamkeit und Energie auf das zu richten, was zählt, fällt schreibend leichter. Der Gewinn daraus ist schnell spürbar: Anstatt zu versuchen, Weihnachten für seine Familie besonders zu machen (verbunden mit allen Erwartungen, die daraus resultieren), wird die eigene Gelassenheit zu einer Art Garantie für ein gelungenes Zusammenkommen.

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