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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Zur körperlichen Selbstfürsorge gehört die Wahrnehmung des Herzens. Doch das geschieht wenig, obschon der lebensentscheidende Muskel Schwerstarbeit leistet. Das Herz schlägt jeden Tag 100 000 Mal – das verpflichtet.

von Anton Ladner 

Wer am Schreibtisch sitzt und Mails beantwortet, dessen Herz läuft auf Hochtouren: Es schlägt etwa 60 bis 100 Mal pro Minute. Wer fit ist, kommt auf eine niedrigere Anzahl. Denn je besser die Kondition ist, desto grösser sind die rechte und die linke Herzkammer. Eine höhere Effizienz bedeutet, dass der Körper die gleiche Menge Blut mit weniger Schlägen erhält, sodass das Herz mehr Zeit hat, sich zwischen den einzelnen Schlägen zu erholen. Sitzen verhilft dem Herzen aber nicht zu einer Erholung, denn in dieser Position muss es härter arbeiten, wodurch sich der Blutdruck erhöht. Jedes Mal, wenn man die Muskeln in den Beinen anspannt, wird das Blut wieder in die Venen gepresst, was das Herz entlastet. Man sollte sich deshalb einmal pro Stunde richtig bewegen. Das grössere Blutvolumen, das durch das Herz fliesst, führt dazu, dass sich der Muskel dehnt. Der Umfang hängt natürlich davon ab, ob man auch Sport treibt. Das Herz liebt Bewegung so sehr, dass Menschen, die körperlich aktiv sind, ein um 20 Prozent geringeres Risiko haben, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. Ideal ist, jede Woche 150 Minuten mässige bis kräftige aerobe Übungen zu absolvieren.

Entscheidend sind ausserdem Nichtrauchen und eine mediterrane Ernährungsweise mit Obst und Gemüse, komplexen Kohlenhydraten aus Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sowie gesunden Fetten (zum Beispiel Nüsse und Olivenöl). Stressmomente – ein Wutanfall im Strassenverkehr oder ein Streit mit dem Partner etwa – führen zur Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol. Diese Hormone lassen die Herzfrequenz und den Blutdruck in die Höhe schnellen. Im Gegensatz zu sportlicher Aktivität, die eine Reihe von biologischen Reparaturmechanismen anstösst, um Schäden zu beheben, die durch die zusätzliche Belastung des Herzens entstanden sind, hat Stress kein Reparaturprogramm. Stressreaktionen setzen das Herz auch durch Entzündungen unter Druck, die die Arterien genau dann verengen, wenn das System mehr sauerstoffreiches Blut braucht. Dadurch erhöht sich der Blutdruck, was zur Folge haben kann, dass Plaques in den Arterien instabil werden und diese reissen, was zu einem Herzinfarkt führt. Stressreduzierungstaktiken (wie Meditation, tiefes Atmen, Yoga, Spaziergänge und Gespräche) entlasten das Herz nachgewiesenermassen.

Verbindung mit seinem Herzen aufzunehmen, sich um sein Herz zu kümmern, ist eine körperliche Selbstfürsorge, die weit darüber hinausgeht. Es ist ein Zugang zu sich selbst.

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