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Nordelta ist ein reiches Wohngebiet nördlich von Buenos Aires, das durch die teilweise Trockenlegung der Paraná-Sümpfe entstanden ist. Seit einiger Zeit ist das Quartier Ziel von Hunderten von Wasserschweinen.

von Carl Meissen

Der Flug über das offene Meer kann für Landvögel sehr gefährlich sein. Im Gegensatz zu den an ein Leben im Ozean angepassten Meeresvögeln können sie nicht im Wasser landen oder auf dem Meer Nahrung finden. Landlebende Vögel müssen daher grosse Strecken über offenem Wasser in einem Stück absolvieren, ohne die Gelegenheit für Erholungspausen oder zur Nahrungsaufnahme. Bisher haben Ornithologinnen und Ornithologen angenommen, dass insbesondere grosse landlebende Vogelarten es grundsätzlich vermeiden würden, über ausgedehnte offene Wasserflächen zu fliegen, und nur in der Lage seien, kurze Strecken von weniger als 100 Kilometern über dem Meer zurückzulegen. 

Mit dem technischen Fortschritt jedoch gerät diese Annahme zunehmend ins Wanken. Den Nachweis dafür, dass viele landlebende Vögel Hunderte oder sogar Tausende von Kilometern über offenem Meer fliegen, liefern aufgezeichnete Daten aus modernster GPS-Technologie, mit welcher Forschende Tiere ausrüsten, um ihre Bewegungen in hoher Auflösung und über lange Zeiten aufzuzeichnen. Solche Daten geben Einblick, wie Vögel, die nicht an ein Leben auf dem Wasser angepasst sind, solch grosse Strecken als Teil des jährlichen Vogelzugs überwinden. Flügelschlagend wären diese langen Strecken besonders für grosse und schwere Arten ohne Erholungspausen nicht zu bewältigen. Frühere Studien haben schon zeigen können, dass durch geeignete Rückenwinde viel Energie eingespart und somit die Notwendigkeit von Rastpausen vermieden wird. Eine neue Studie hat sogar den Nachweis erbracht, dass Fischadler aufsteigende Thermik über dem Wasser zu nutzen scheinen. 

Die neue Studie hat nun anhand von 65 Vögeln aus fünf Arten die umfassendste Auswertung dazu geliefert, wie landlebende Vögel solch lange Überflüge schaffen. Ein internationales Team sammelte hierzu über neun Jahre hinweg Daten aus 112 Langstrecken-Überflügen über das offene Meer. In Kombination mit globalen Atmosphärendaten zeichnen die zusammengetragenen Daten die genauen Bedingungen dieser Überflüge nach. Dadurch konnten die Forscher verstehen, unter welchen Bedingungen und an welchen Orten solche Überflüge absolviert werden. Die Daten unterstreichen die Bedeutung von Rückenwind, zeigen aber auch, dass Aufwinde eine wichtige Rolle in der Energiebilanz solcher Überflüge haben und darüber entscheiden, an welchen Orten diese überhaupt möglich sind. 

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Dazu meint Elham Nourani vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie: «Bis vor Kurzem wurde angenommen, dass Aufwinde selten bis gar nicht über Wasser vorkommen. Wir zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Zugvögel wählen sogar ihre Routen so, dass sie ideale Rücken-, aber auch Aufwindbedingungen vorfinden, wenn sie über das Meer fliegen müssen. Die Kombination dieser Bedingungen ermöglicht Flüge von Hunderten Kilometern Länge über die Meere.» 

Der Schopfwespenbussard zum Beispiel fliegt während des Herbstzuges über 700 Kilometer über das Ostchinesische Meer von Japan bis nach Südostasien. 

Diesen rund 18 Stunden dauernden Überflug unternehmen die Vögel nur unter optimalen Wind- und Wetterbedingungen. «Durch die Aufwinde, die der Schopfwespenbussard nutzt, können diese Vögel in Höhen von bis zu 1000 Meter über der Meeresoberfläche segeln», so Nourani. 

Aus diesen Einsichten stellt sich die Frage, inwiefern Zugvögel von den Veränderungen des Klimas betroffen sind. Laut Nourani geben die Studienergebnisse deutliche Hinweise darauf, dass Veränderungen in den Zirkulationsmustern der Erdatmosphäre Auswirkungen auf den globalen Vogelzug, der auf atmosphärische Unterstützung angewiesen ist, haben dürften. Solche internationalen Studien seien wichtig, um im Detail zu untersuchen, wie Zugvögel den Wind nutzen, und um verlässliche Vorhersagen machen zu können, inwiefern sie von den aktuellen Veränderungen durch den Klimawandel betroffen sein werden. 

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