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Achtsamkeitsimpuls
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Achtsamkeitsimpuls

Die Selbstermächtigung ist ein Weg zu neuer Hoffnung und damit auch neuer Kraft. Sie führt dazu, die Fäden seines Lebens in die Hände zu nehmen. Mehr selbstverantwortliche Selbstbestimmung heilt dann viele Wunden. 

von Anton Ladner 

 

 

Der Begriff Selbstermächtigung hat bereits verschiedene Phasen hinter sich. Er kam auf, als die Unzufriedenheit mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zunahm, mit der wachsenden Kritik an der Entmündigung der Bürgerinnen und Bürger. Die Selbstermächtigung war damals in den 1960er-Jahren die Aufforderung, sein Schicksal offensiv in die eigene Hand zu nehmen und nicht nur über Ansprüche zu reden, sondern sie aktiv in Tätigkeiten umzusetzen. Konkret bedeutet das, sich zu ermächtigen, selbst tätig zu werden. Es ging dabei um die Infragestellung geltender Normen und um die Neugestaltung, um die freiere Selbstorganisation. 

Aber der Begriff Selbstermächtigung war in den 1960er-Jahren auch ein Schlagwort im Bereich der Fürsorge und Sozialpolitik. Benachteiligte Gruppen begannen sich von behördlichen Vorgaben und Zwängen zu emanzipieren. Das führte in der Sozialpolitik zu neuen Konzepten der Selbstverantwortung. Durch die Aufarbeitung fürsorgerischer Zwangsmassnahmen wie Fremdplatzierungen ist heute bekannt, wie unmenschlich und destruktiv die früheren Zwänge waren.  

Heute ist die Selbstermächtigung unter dem Begriff Empowerment im Alltag an vielen Fronten angekommen. Sie reicht von lokalen Selbsthilfeprojekten über genossenschaftliche Strukturen bis hin zu medizinischen Therapieformen. In der Psychologie geht es darum, das Selbstwertgefühl durch die Bewusstmachung der eigenen Stärke zu festigen. Zum Beispiel, indem man sich vor Augen führt, was trotz aller Widrigkeiten alles schon im Leben gelungen ist, um für die Bewältigung neuer Hürden Kraft zu finden. Sich zu erlauben, Widerstand zu leisten, für die eigene Sache einzutreten und dabei erfolgreich zu sein, gehört ebenso dazu. Die Selbstermächtigung führt auf neue Wege, an die man gar nicht gedacht hat, die früher oder später beim Ziel enden. Das dokumentiert die historische Entwicklung des Begriffs Selbstermächtigung auf beeindruckende Weise. Sie ist deshalb ein gutes Instrument für eine wirkungsvolle emotionale Selbstfürsorge. 

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