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Anne Challandes
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Mein achtsamer Blick:

 

Sophie Fürst,
Geschäftsleiterin des Vereins Klimaschutz Schweiz und Leiterin der Kampagne zur Gletscher-Initiative. 

 

Kein Klimaschutz ohne politisches Engagement 

Wussten Sie das? Als Alpenland erwärmt sich die Schweiz doppelt so stark wie der weltweite Durchschnitt – mit massiven Folgen: Durch auftauenden Permafrost werden Felsen instabil, Überschwemmungen und Wassermangel nehmen zu, unsere Gletscher schmelzen. Letztere sind ein Symbol dafür, was wir durch die Klimaveränderungen verlieren: nämlich unsere Lebensgrundlage und vor allem die der zukünftigen Generationen. 

Auch wenn ich gerade ein düsteres Bild zeichne, so habe ich gleichzeitig viel Hoffnung in die Klimabewegung. Und zur «Klimabewegung» zähle ich all jene Menschen, die sich für einen wirksamen Klimaschutz einsetzen – in der Schweiz und weltweit. Die Klimakrise kann Ängste auslösen. Natürlich ist es deutlich einfacher, diese zu verdrängen als etwas gegen die Probleme zu unternehmen. Zu unbedeutend scheint das einzelne Handeln im komplexen internationalen Kontext. Doch für immer mehr Menschen ist dies kein Grund mehr, den Kopf in den Sand zu stecken. Gemeinsam als Gesellschaft können wir die Klimakrise bewältigen. Das haben viele erkannt, und es werden immer mehr. Der Klimaschutz bildet die wichtigste und sinnvollste Investition in zukünftige Generationen der Schweiz, was uns zusammenrücken und Partikularinteressen vergessen lassen sollte. 

«Was kann ich tun?», werde ich als Kampagnenleiterin der Gletscher-Initiative oft gefragt. Klimaschutz ist bis zu einem gewissen Grad im Kleinen möglich: Mit dem Fahrrad zum Einkauf, mit dem Zug in die Ferien fahren, Secondhand-Produkte nutzen und vieles mehr. Doch dieses individuelle Handeln hat seine Grenzen. Denn solange nicht die Gesamtgesellschaft auf klimaneutralem Kurs ist, wird das persönliche Vorzeigeverhalten nicht reichen, um das Klima genügend zu schützen. Wir benötigen grössere Veränderungen. Deshalb antworte ich jeweils: «Ein Engagement für mehr Klimaschutz ist schlussendlich auch immer ein politisches Engagement.» Wir müssen gemeinsam ein Umdenken erreichen.  

Die Gletscher-Initiative kann das möglich machen. Sie ist in ihren Forderungen einfach, klar und fair: Sie will bis spätestens 2050 netto null Treibhausgasemissionen, den konsequenten Ausstieg aus den fossilen Energien sowie eine mindestens lineare Absenkung der Treibhausgasemissionen bis zum Zieljahr. Letzteres bedeutet, dass Zwischenziele definiert würden, damit das zur Verfügung stehende CO2-Budget eingehalten wird. Mit diesen Zielen erfüllen wir das Pariser Klimaabkommen von 2015, das von 195 Staaten unterzeichnet worden ist. Mit ihren Forderungen gibt die Gletscher-Initiative klare und verbindliche Rahmenbedingungen vor, an denen sich Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft orientieren können. Sie ermöglicht nächsten Generationen eine lebenswerte Zukunft. 

Sophie Fürst ist Geschäftsleiterin des Vereins Klimaschutz Schweiz und leitet in dieser Funktion auch die Kampagne zur Gletscher-Initiative.

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