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Achtsamkeitsimpuls

Freundschaften und Partnerschaften tun gut und bilden eine Säule in der emotionalen Selbstfürsorge. Doch auf der Suche danach sind die Risiken heute gross, dabei viel zu kurz zu kommen.

von Anton Ladner

 

 

Die meisten Menschen haben eine Vorstellung davon, was sie von einer Partnerin oder einem Partner erwarten. Aber oft besteht ein grosser Unterschied zwischen dem, was manche Menschen behaupten zu wollen, und dem, was sie tatsächlich suchen. Laut einer US-amerikanischen Studie ist dies vor allem bei Männern der Fall.

So lügen Männer oft, wenn sie sagen, dass sie eine gleichaltrige Partnerin wollen. Die im Journal of Family Research veröffentlichte Studie analysierte 197 519 Einladungen, die auf einer Online-Dating-App verschickt wurden. In der Stichprobe befanden sich 10 528 Personen, von denen 68 Prozent männlich und 32 Prozent weiblich waren. Im Durchschnitt gaben die Befragten an, eine Partnerin oder einen Partner zu suchen, die bzw. der nicht mehr als zwei Jahre älter sei als sie selbst.

Tatsächlich zeigten aber Männer signifikant weniger Interesse an gleichaltrigen oder leicht älteren Frauen. Laut Evolutionstheorie fühlen sich Männer zu jüngeren Frauen hingezogen, die Kinder gebären können, während Frauen nach einem Partner suchen, der fruchtbar ist, aber auch gut für ihren Nachwuchs sorgen kann, was eine gewisse Etablierung voraussetzt.

Die Verschiebung der traditionellen Geschlechternormen überdeckt jedoch diese Grundkonstellation und führt vor allem bei den Männern zu Lügen. Das ist ein kleines Beispiel dafür, dass sich eine emotionale Schere öffnet, wenn man etwas vorgibt zu suchen, was man gar nicht will.

Spirituelle Selbstfürsorge
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Das geschieht nämlich bei Partnerschaften und Freundschaften oft auch bezüglich anderer Kriterien wie Ausbildung, Interessen, Neigungen oder sozialer Status. Natürlich handelt es sich dabei nicht um einen bewusst gewollten Selbstbetrug. Es ist ein Cocktail aus Fremdbestimmungen, Annahmen, Bildern aus Filmen etc., die zu fixen Vorstellungen führen.

Sie zu überprüfen, ob sie tatsächlich mit den eigenen tiefen Bedürfnissen übereinstimmen, ist die grosse Kunst der emotionalen Selbstfürsorge. Gewiss, es ist keine leichte Aufgabe, die innersten Bedürfnisse zu ergründen. Aber wer nicht die Frage danach stellt, bleibt in fixen Vorstellungen gefangen. Wer solche Vorstellungen zu realisieren versucht, muss früher oder später feststellen, irgendwie zu kurz zu kommen. Warum? Weil man vorgibt, etwas zu suchen, was man im Innersten gar nicht will.

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